Friedlaender_Zink

Mittwoch, 3. Juni 2009, 19.30 Uhr
Dante an der Dampfmaschine
„Saxophon der Renaissance“ trifft „Instrument der industriellen Revolution“
mit Thomas Friedlaender (Zink) und Hannes Lingens (Akkordeon)
Ort: Kirche "St. Albanus" in Gaberndorf

Dante an der Dampfmaschine, Shakespeare an der „Spinning Jenny“. Wenn Thomas Friedlaender und Hannes Lingens spielen, treffen zwei Zeitalter aufeinander: Der Zink als „Saxophon der Renaissance“ begegnet dem Akkordeon, dem „Klavier des Kleinen Mannes“ im 19. Jahrhundert. Die scheinbar wesensfremden Instrumente haben eines gemeinsam: Sie klingen, weil Luft in ihnen zum Schwingen gebracht wird. Diese Grundlage genügt Friedlaender und Lingens für ihr mal stürmisches, mal träumerisches Experiment. In reiner Improvisation tasten sie die Möglichkeiten ihrer Instrumente aus und halten einen wunderbar vielschichtigen, variantenreichen und immer überraschenden Dialog. Unterstützt von phantasievoller Perkussion weben die Musiker einen fliegenden Klangteppich, der den Hörer nicht auf eine Zeitreise mitnimmt, sondern auf einen Ausflug in eine ganz eigene Welt, die jeden Abend neu geschaffen wird.

„Hannes Lingens spielt Schlagzeug, Akkordeon, improvisiert und komponiert. Was davon er auch immer tut, er schafft, uns staunen zu lassen. Ein Staunen über die virtuose Handhabung der Instrumente, das Woher der Klänge, ohne dass sein Spiel auch nur einen Moment von dem ablenken würde, was da erklingt. Vielmehr dient jede Bewegung dem Hörbarmachen. (Man schaut, bis das Schauen zum Lauschen wird, schließt dann vielleicht die Augen.)
Hannes Lingens spielt uns hinaus aus dem Alltag der abgenutzten Klänge. Oder, um es in Anlehnung an John Cage zu sagen: Diese Musik ist das eben der Klänge, ist die Teilnahme der Klänge am Leben, und – bestenfalls – auch die des Lebens an den Klängen.“ Andreas Schendel

Thomas Friedlaender studierte moderne Trompete in Dresden, sowie Zink und Naturtrompete in Leipzig und Basel, arabische und historische Perkussion in Berlin und Leipzig. Er arbeitete zunächst in verschiedenen Orchestern und ist seit 1993 freischaffend.
Lust am Kulturmanagement führten in den vergangenen Jahren zu mehreren eigenen übergreifenden Projekten mit dem Ziel, das jeweilige Ambiente des Veranstaltungsortes mit Musik der Zeit anschaulich lebendig werden zu lassen.