______________________________ Der Künstler:Julian Hetzel (geb. 1981 im Schwarzwald, lebt und arbeitet in Leipzig) ____________________________ Öffnungszeiten: Täglich von 10-18 Uhr geöffnet. Ansprechpartner vor Ort: Pfarrer Marcus Victor, Plan 2, 99425 Oberweimar, 0 36 43 - 51 10 15 oder im Schaukasten. ...und was ich noch sagen wollte, 2009, Soundinstallation technische Realisation mit Unterstützung von Hannes Waldschütz Mit seiner Toninstallation für die protestantische Pfarrkirche St. Peter und Paul in Oberweimar verbindet Julian Hetzel Elemente der katholischen Beichte wie des jüdischen Glaubensrituals an der Klagemauer. Es bleibt dem Besucher überlassen, seine gesprochenen Mitteilungen jeglicher Art bzw. Aussage über ein Mikrofon einem Aufnahme- und Wiedergabesystem einzuspeisen, das diese gespeicherten, akustischen Signale zeitlich versetzt und in ihrer Intensität dementsprechend verringert in den Kirchenraum zurückwirft. Dabei kann es durchaus passieren, dass einer Antwort eine Frage folgt (Was passiert, wenn die Dritte Welt das Zählen lernt?) oder eine Behauptung unkommentiert verklingt. Wie ein Echo hallen die eigenen wie fremden Bemerkungen wider und lassen Kirchgemeinde wie -besucher auch anwesend erscheinen, wenn sie das Gotteshaus längst schon verlassen haben. Irgendwann verstummen die Stimmen. Wirft diese Installation ihrem Mechanismus nach also die Äußerungen des Besuchers und somit diesen auf sich selbst zurück, entsteht gleichzeitig eine dadaistisch anmutende Klangcollage, die dennoch dem Prinzip einer exakten Programmierung folgt. Darin lässt sich durchaus ein Sinnbild Gottes und seiner Schöpfung sehen - oder eigentlich hören. Dr. Silke Opitz ![]() |


