Die Kirche vierzehn Heiligen zu Süßenborn
Der Name des Ortes, in einer Urkunde von 1150 erstmals als »Suzeburnum« überliefert, nennt eine »Quelle im süßen Wasser«. Hier gab es zu dieser Zeit eine Kirche, von der am heutigen Bauwerk noch Teile erhalten sind: der schmalere Ostturm mit romanischen Schallöffnungen im Obergeschoß und Spuren eines ehemaligen östlichen Apsisanbaues. Eine Urkunde des Jahres 1265 berichtet, dass die Kirche den Vierzehn Heiligen geweiht war. Im Mittelalter hatten hier im Ort verschiedene Klöster Besitz, eine Pfarrei gab es bis zur Reformation.
Das Gotteshaus steht im älteren Siedlungskern von Siißenborn, umgeben vom Kirchhof mit Teilen einer alten Mauer. Aus gotischer Zeit ist nur noch eine Sakramentsnische innen in der Ostwand erhalten. Sie wird aber durch den großen Kanzelaltar verdeckt. Die Kirche ist im wesentlichen ein Bau der Jahre 1820 und 1821 nach Plänen des Weimarer Baumeisters C. W. Coudray. Dabei blieb der alte Turm mit hoher barocker Schweifhaube, Laterne und kleiner Kuppel erhalten. Das Langhaus wurde neu aufgerichtet. Es hat große Flachbogenfenster und Mitteltüren in der West- und Südseite. Ein hoher Rundbogen verbindet das breitere Langhaus mit dem Turmteil. Die barocke Orgel erhielt im vorigen Jahrhundert einen neugotischen Prospekt. Bauarbeiten an der Kirche hatten sich damals notwendig gemacht, weil Truppen Napoleons mehrmals durch Süßenborn gezogen und sowohl dem Ort als auch der Kirche schweren Schaden zugefügt hatten. An die Erneuerungen erinnert auch eine Sonnenuhr an der Südseite der Kirche mit der Jahreszahl 1821.
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