kromsdorfDie Kirche zu Kromsdorf


Die Kirche im ummauerten Kirchhof steht dicht an der Straße und fällt gleich mit ihren freundlich-hellen Fassaden auf. Zu ihnen kontrastieren die dunkelroten Fenstergewände. Die Anlage mit dreiseitigem Chorabschluss, ein später etwas verändertes Vorhangfenster in der Ostseite, eine Sakramentsnische in der Chorwand außen und Spitzbögenfenster in der Südseite stammen aus gotischer Bauzeit. Zugleich erinnern der Turmaufsatz, ein westlicher Anbau und große neuere Spitzbogenfenster an einen Umbau Ende des vorigen Jahrhunderts im damaligen Zeitgeschmack. Ehemalige Einlagen in den Turmknauf berichten aus der Baugeschichte der Kirche. Die älteste stammt von 1699. Damals wurde der Turm erstmals vollendet, erfährt man durch sie, und zugleich, dass die Kirche 185 Jahre stand, also 1514 errichtet worden ist. Frühere Nachrichten gibt es nicht. Weitere Schriftstücke im Knauf nennen die Jahre 1795 und 1890. In diesem letzten Jahr ist die Kirche samt Turm »auf Kosten eines Wohltäters« erneuert und verändert worden, nachdem sie wegen Baufälligkeit schon fast zwei Jahrzehnte geschlossen war. Ein Jahr darauf wurde sie baulich saniert. Der Turm trägt seitdem ein beschiefertes Geschoß mit Spitzhelm, an jeder der vier Seiten mit Giebelchen verziert. Die Wetterfahne mit Kreuz erhielt der Turm 1952, als er mit dem Langhausdach neu gedeckt wurde. Doch war das nicht seine letzte Reparatur. Im Jahre 1975 schlug der Blitz ein und machte Ausbesserungen nötig. Im Inneren hat die letzte Renovierung Mitte der siebziger Jahre wertvolles Gut aus der Gotik erhalten: im Chor eine schöne Sakramentsnische mit Blendmaßwerk und Eisentür. Die künstlerisch wertlose Kanzel des vorigen Jahrhunderts musste einem Flügelaltar weichen. Er wurde um 1510 in einer Ostthüringer Werkstatt gefertigt, stammt aus der Kirche von Großkromsdorf und steht nun auf einem Sockel hinter dem neu gemauerten Altar. Im Mittelpunkt steht die Figur der Maria mit dem Kind, neben ihr sieht man die Heiligen Katharina und Barbara mit Büchern. In den Flügeln sind in zwei Etagen die zwölf Apostel angeordnet, außen ist die Verkündigung gemalt. Der Kirchgemeinde blieben vier Grabplatten des 16. und 17. Jahrhunderts der Herren von Kromsdorf mit Figuren- und Wappendarstellungen im ehemaligen Altarraum und das freistehende, kleine Glockenhaus von 1832, das den abge­tragenen Kirchturm damals ersetzt hat. Im ehemaligen Pfarrhaus schuf sich die Gemeinde einen für Gottesdienste und Unterricht genutzten Raum, in welchem sich drei mittelalterliche Plastiken, Petrus, Paulus und eine Mondsichelmadonna, befinden.